Studium in Irland

Von Igor Klein (2012)

Ich bin sehr interessiert an der Landschaft und Kultur Irlands, daher fiel mir die Entscheidung für ein Auslands­semester in Irland leicht.

Da in Tralee Studien­plätze an einer Partner­hochschule der Fach­hochschule Flensburg angeboten wurden, habe ich nach Rück­sprache mit meiner Dozentin dort einen freien Platz zugewiesen bekommen.

Schon nach kurzer Zeit hatte ich Kontakt mit meiner Gast­hoch­schule aufgenommen und war äußerst überrascht von deren Zuvorkommen. Viele meiner Fragen wurden schnellst­möglich beantwortet, so hatte ich sehr wenige Probleme bei meiner Vor­bereitung. Um weitere Informationen zu erhalten, sprach ich mit Kommilitonen, die ein Jahr zuvor in Irland waren und dort ebenfalls ihr Auslands­semester verbracht hatten.

Unterkunft

Auf der Homepage der Gast­hoch­schule fand ich viele mögliche Unter­künfte für Studierende. Ich organisierte meine Unterkunft, bevor ich die Reise antrat, da mir eine Suche vor Ort zu unsicher und zu nerven­aufreibend schien. Ich hatte mich für mehrere Studenten­wohn­heime beworben. Nach Erhalt einer Bestätigung über noch freie Plätze kontaktierte ich die einzelnen Studenten­wohn­heime per Telefon, um weitere Informationen zu erhalten. Schließ­lich entschied ich mich für eine Unterkunft mit dem schönen Namen „Kings Court Apartments“.

Ich teilte mir dort ein Apartment mit drei anderen Studenten aus Frankreich. Jeder hatte ein eigenes Zimmer mit Bad. Die Apartments liegen direkt neben einem großen Einkaufs­zentrum, jedoch etwas weiter von der Uni entfernt. Diese Apartments empfehle ich gerne weiter!

Studium an der Gast­hoch­schule

Alle inter­nationalen Studierenden wurden sehr gut in den Unterricht und die Vorlesungen integriert, und die Dozenten und die Kommilitonen aus Irland und aller Welt waren sehr zuvor­kommend und hilfsbereit.Da meine Englisch­kenntnisse recht gut waren, konnte ich dem Unterricht leicht folgen. Die Dozenten sprachen alle ohne irischen Dialekt.

Den Unterrichts­plan mussten wir uns selber erstellen. Das System war sehr un­über­sicht­lich und erforderte viel Zeit, da man nicht wahllos Fächer belegen konnte, sondern schon spezifischer suchen musste. Das Niveau, auf dem unter­richtet wurde, war sehr hoch und man musste zu Hause viel wiederholen, um dem hohen Standard gerecht zu werden. In den Vorlesungen versuchten die Dozenten, alle Studierenden mit einzu­beziehen, sei es durch Gruppen­arbeit, Referate, Projekte, Diskussions­runden oder Haus­arbeiten.

Das Studium dort hat mir sehr gut gefallen und ich könnte mir vorstellen, erneut dort ein oder sogar mehrere Semester zu studieren.

Alltag und Freizeit

Die Vorlesungen fingen jeden Tag am späten Vormittag an und gingen bis spät in den Nachmittag. Zur Universität fuhr ich meist mit dem Fahrrad; an besonders regnerischen Tagen nutzte ich den örtlichen Busverkehr. Deswegen kam mir der Alltag besonders an Wochentagen sehr vertraut vor. Die kurze Zeit abends verbrachten wir mit gemeinsamem Essen oder Karten­spielen.

In meiner Freizeit war ich größten­teils mit meinen Mit­bewohnern und meinen Nachbarn, die aus Spanien kamen, zusammen. Da keiner Englisch als Mutter­sprache hatte, nutzen wir die Gelegenheit, Englisch zu sprechen, um unsere Englisch­kenntnisse zu verbessern.

Meine Mitbewohner und ich haben die Möglich­keit wahr­genommen und sind viel gereist, um so viel wie möglich von Irland zu sehen. Das Wetter, normaler­weise konstant regnerisch, spielte bei unseren Ausflügen immer mit, und wir bekamen sogar ab und zu die in Irland sehr seltene Sonne zu sehen. Ebenfalls haben wir während unserer freien Woche die Chance genutzt und sind für mehrere Tage nach Dublin gefahren.

Fazit

Negative Erfahrungen: Meine schlechteste Erfahrung war wahr­schein­lich meine Abreise, die mir schwer fiel, nachdem ich mich so gut dort eingelebt hatte. Schlecht war auch die sehr lange Wartezeit bis zur Bekanntgabe der Noten. Meine ersten Klausuren schrieb ich im Dezember, jedoch bekam ich meine Noten erst Anfang Februar.

Positive Erfahrungen: Meine beste Erfahrung waren die gemeinsamen Abendessen. Jeden Freitag kochte der Reihe nach jeder ein Gericht, inspiriert aus seinem Land, für alle anderen. So aßen wir unter­schiedliche Gerichte aus aller Welt, tauschten Geschichten aus und genossen unsere Zeit in Irland. Diese Momente werden mir immer im Gedächtnis bleiben.

Im Endeffekt bin ich überrascht, wie gut mir das Auslands­semester gefallen hat. Ich bin jedem, der mir dies ermöglicht hat, zu Dank verpflichtet. Und ich kann jedem, der die Gelegenkeit zu einem Auslands­aufenthalt hat, raten, diese auch wahr­zunehmen, denn es ist ein einmaliges Erlebnis, das man so schnell nicht wieder vergisst.

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Bild: Irlands Küste

 

Bild: Meine internationalen Mitbewohner

 

Bild: Beim gemeinsamen Dinner mit meinen Mitbewohnern

 

Bild: Irlands Natur